Je früher man mit der Vorsorge beginnt, desto besser. Das weiss eigentlich jeder. Doch wie sorgt man am besten für sein Alter vor? Wie ist die Familie abgesichert, wenn einem etwas passiert? Die Auswahl an Möglichkeiten ist gross.
Als Laie muss man sich durch einen Dschungel von verschiedenen Produkten kämpfen. Auf der Suche nach einer geeigneten Vorsorgelösung werden oft Lebensversicherungen abgeschlossen. Diese beinhalten sowohl einen Spar- als auch einen Risikoteil. Versicherungsberater verkaufen die sogenannte Sparversicherung gerne als die ideale Kombination von Versicherung und Sparen.
Lebensversicherungen sind als Sparinstrument unflexibel
Sparen und Versichern: Diese zwei Ziele in einem Produkt zu kombinieren, ist jedoch selten sinnvoll. Die Versicherungsgesellschaften sind als Verwalter von Spargeldern meist teuer. Dazu kommt die Intransparenz der Berechnungen der so genannten Überschüsse. In der Regel erhält man am Ende der vereinbarten Laufzeit einen garantierten Betrag, die zusätzliche nicht garantierte Überschussauszahlung beruht jedoch einzig und allein auf Prognosen, die oft nicht eingehalten werden können. Zudem sind Lebensversicherungen als Sparinstrument unflexibel und dadurch wenig kundenfreundlich. Wer früher als vertraglich festgelegt aussteigt, verliert viel Geld.
Am Besten Versicherungslücken mit Risikoversicherungen abdecken
Wie so oft sind die einfachsten Lösungen auch hier die empfehlenswertesten. Vorsorgesparen kann man am einfachsten und transparentesten über die steuerbegünstigte Säule 3a. Allfällige Versicherungslücken können dann bei einer Versicherungsgesellschaft über eine reine Risikoversicherung abgedeckt werden. Ein Säule 3a-Konto kann man bei nahezu jeder Bank eröffnen. Angestellte mit Pensionskasse können dieses Jahr maximal CHF 6‘566, Selbständigerwerbende maximal CHF 32‘832 einzahlen und diesen Betrag in der Steuererklärung vom Einkommen abziehen.
Professionelle Vermögensverwaltung ist empfehlenswert
Darüber hinaus ist die private Vorsorge in Form einer professionellen Vermögensverwaltung zu empfehlen. Dabei hat man generell zwei Möglichkeiten. Entweder lässt man seine Wertschriften über ein Verwaltungsmandat von einer Bank betreuen, oder aber man möchte bei den Entscheidungen mitbestimmen und schliesst ein Beratungsmandat ab. Wichtig dabei ist die Strategie, welche man wählt. Sie sollte regelmässig überprüft werden. Es gibt hierzu eine einfache Faustregel. Wenn man sein Alter von 100 abzieht, erhält man den Anteil seines Vermögens, welchen man maximal in Aktien investieren sollte. Ist man zum Beispiel 55 Jahre alt, sollte der Aktienanteil maximal 45% des Gesamtvermögens betragen. Die restlichen Vermögenswerte sollten im festverzinslichen Bereich investiert werden, denn mit steigendem Alter verkürzt sich nicht nur die Lebensdauer sondern entsprechend auch der Anlagehorizont.
Oft sind die Kunden zu wenig kritisch und hinterfragen nicht
Wichtig bei der Geldanlage ist auch die Transparenz. Man soll sich nicht scheuen, bei Unsicherheiten seinem Berater Fragen zu stellen und ihn das eigene Unwohlsein spüren zu lassen. Ein guter Kundenberater wird immer Rede und Antwort stehen und dafür sorgen, dass sich sein Kunde mit seinen Investitionen gut fühlt. Wenn dem Kunden ein Produkt empfohlen wird, welches er nicht versteht, ist es besser, sich im Zweifelsfall dagegen zu entscheiden. Um böse Überraschungen zu vermeiden, sollte man gerade, wenn es um intransparente Produkte geht, den Anlagevorschlag etwas genauer unter die Lupe nehmen. Es geht schliesslich um das eigene Geld und das Risiko trägt der Anleger und nicht der Berater. Es ist wichtig, dass sich die Kunden dies immer wieder vor Augen führen. Die Erfahrung zeigt, dass die Kunden oft zu wenig kritisch sind und die Empfehlungen ihrer Bank nicht hinterfragen.
Stefanie Eiche, Anlageberaterin