Aktuell – Kurz notiert
Daniel O.A. Rüedi im Interview mit Beatrice Dürrenberger

Verwaltungsmandat oder Beratungsmandat?

Sie empfehlen unseren Leserinnen und Lesern, ihre Wertschriften über ein Verwaltungsmandat Ihrer Bank betreuen zu lassen. Was heisst das genau?

Wenn sich ein Kunde selbst nicht um die Geldanlagen kümmern möchte, ist die Vermögensverwaltung mittels eines Verwaltungsmandats die beste Wahl. Sie beauftragen damit die Bank mit der Anlage Ihrer Vermögenswerte. Dabei wird unter Berücksichtigung der Ziele, der persönlichen Situation und der Risikobereitschaft die Anlagestrategie des Kunden entwickelt. Im Rahmen dieser Anlagestrategie betreut dann ein Experte die Vermögenswerte des Kunden aktiv und individuell. 

Was passiert im Unterschied dazu bei einem Beratungsmandat?   
Bei einem Beratungsmandat nehmen wir die Rolle des Ratgebers ein, mit dem der Kunde alle Aspekte der Geldanlage diskutieren kann. Dabei unterbreiten wir dem Kunden Anlagevorschläge, besorgen Marktinformationen und kümmern uns um die Abwicklung aufgegebener Aufträge. Ich möchte hier allerdings hervorheben, dass ein Beratungsmandat seitens des Kunden sowohl eine gewisse Kenntnis der Finanzmärkte als auch ein Interesse, sich damit zu beschäftigen, erfordert. Diese Mandatsart ist nur erfolgreich, wenn ein regelmässiger Austausch zwischen Anlageexperte und Kunde stattfindet. 
 
Mit welchen Kosten muss man für ein Verwaltungs- respektive ein Beratungsmandat rechnen?
In der heutigen Zeit ist es üblich, eine Pauschalgebühr, welche sämtlich bankeigenen Kosten beinhalten, vereinbart wird. In der Regel wird eine Gebühr zwischen 1% und 1.2% auf das verwaltete Vermögen erhoben. Bei einem Beratungsmandat greifen wir auf ein traditionelles Gebührenmodell, welches sich in Administrations- und Beratungsgebühren sowie Transaktionskosten aufteilt.
 
Welche Grundsätze verfolgt Baumann & Cie bei der Geldanlage?
Bei der Geldanlage steht für unsere Bank seit jeher die Eigenschaften Transparenz, Einfachheit, Qualität und Liquidität im Vordergrund.
 
Wie schätzen Sie das aktuelle Marktumfeld ein?
Momentan lassen die Konjunkturdaten den Schluss zu, dass die Weltwirtschaft im zweiten Quartal 2009 ihren Tiefpunkt erreicht hat. Nach der weltweiten Rezession erholte sich die Wirtschaftstätigkeit in den vergangenen Monaten überraschend kräftig. Unterstützung bieten dabei die robuste Entwicklung in den Schwellenländern, die anziehende Konsum- und Investitionsnachfrage sowie die expansive Geld- und Fiskalpolitik. Zudem sorgen die meisten Unternehmen mit ihren Ergebnissen für das dritte Quartal 2009 für eine positive Überraschung. Dies war bisher oft das Resultat aggressiver Kostensenkungen. Mittlerweile zeichnet sich aber auch ein leichtes Umsatzwachstum als neue Entwicklung ab. Allgemein beobachten wir viele Faktoren, die uns eine Fortsetzung des positiven Trends an den Aktienmärkten erwarten lassen. Dazu gehören der Verzicht der Notenbanken auf zu schnelle Zinserhöhungen, die spürbare Zurückhaltung der Anleger, die relative Attraktivität von Aktien gegenüber anderen Anlageklassen, die reichlich vorhandene Liquidität und der Mangel an Anlagealternativen.